Lehrerbildung


Die Ausbildung zum Lehrer/zur Lehrerin erfolgt für alle Lehrämter in zwei Phasen: Erst kommt ein Studium, das mit der Ersten Staatsprüfung abschließt, dann folgt der Vorbereitungsdienst als Lehramtsanwärter/in bzw. Referendar/in mit der Zweiten Staatsprüfung.


Studienaufbau

Das Studium für das Lehramt an Gymnasien umfasst:

- das erziehungswissenschaftliche Studium
- das vertiefte Studium von zwei Unterrichtsfächern.

Informationen zum Fachstudium bzw. Studium der beiden Unterrichtsfächer findet ihr unter Studienaufbau.
Zum erziehungswissenschaftlichen Studium

"Das erziehungswissenschaftliche Studium dient dem Ziel, zusammen mit den fachwissenschaftlichen und den fachdidaktischen Studien die Lehrkraft zu befähigen, ihre Aufgaben der Erziehung und des Unterrichts zu erfüllen" (§ 36 Abs.1 Nr.1 LPO I).

Es erstreckt sich auf folgende Gebiete

Allgemeine Pädagogik (6 SWS):
· Pädagogische Anthropologie und pädagogische Zielfragen
· Theorien pädagogischen Handelns
· Teilbereiche und besondere Institutionen von Erziehung und Bildung
· Geschichte der Pädagogik

Schulpädagogik (6 SWS):
· Theorie der Schule als Institution und Organisation
· Theorie des Unterrichts
· Planung und Analyse von Lehr-Lern-Prozessen
· Bildung, Erziehung, Förderung und Beratung in Schule und Unterricht

Psychologie (8 SWS):
· Pädagogische Psychologie des Lehrens und Lernens
· Differentielle und Persönlichkeitspsychologie im Kontext der Schule
· Sozialpsychologie der Schule und der Familie
· Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters
· Pädagogisch-psychologische Diagnostik und Evaluation
· Auffälligkeiten im Erleben und Verhalten von Kindern und Jugendlichen

Die Prüfung kann bereits im Anschluss an das siebte Hochschulsemester abgelegt werden. Sie wird in einem der drei Fächer schriftlich, in den beiden andern mündlich abgelegt (nach Wahl).

SWS = Semesterwochenstunden; Beispiel: eine wöchentlich 2-stündige Vorlesung ein Semester lang = 2 SWS;
ein wöchentlich 2-stündiges Proseminar im nächsten Semester = 2 SWS; beides zusammen = 4 SWS


Praktika

Jeder Studierende hat folgende Praktika abzuleisten:

· ein Betriebspraktikum von acht Wochen Dauer in einem Produktions-, Weiterverarbeitungs-, Handels- oder Dienstleistungsbetrieb (auch im Ausland möglich); es soll einen gründlichen Einblick in die Berufswelt außerhalb der Schule vermitteln. Bei einer Fächerverbindung mit Chemie soll das Betriebspraktikum in einem Betrieb der biotechnischen oder chemischen Industrie, bei einer Fächerverbindung mit Physik in einem Betrieb mit physikalisch-technischer Ausrichtung abgeleistet werden.

· ein Orientierungspraktikum von drei bis vier Wochen Dauer vor Beginn des Studiums oder in den Semesterferien spätestens vor dem schulpädagogischen Blockpraktikum; es dient dem Kennenlernen der Schule aus der Sicht des Lehrers und der ersten Überprüfung der Eignung und Neigung. Wenigstens eine Woche muss an einem Gymnasium, die übrige Zeit kann auch an einer andern Schulart oder in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe abgeleistet werden.

· ein schulpädagogisch-fachdidaktisches Blockpraktikum in der vorlesungsfreien Zeit von fünf Wochen Dauer mit etwa 80 Unterrichtsstunden.

· ein studienbegleitendes fachdidaktisches Praktikum in einem seiner zwei Fächer. Es findet innerhalb eines Semesters einmal jede Woche statt und umfasst dabei mindestens 4 Stunden Unterricht einschließlich Besprechung. Dieses Praktikum findet nur im Wintersemester statt und sollte im 5., 6. oder 7. Semester abgeleistet werden.

Das Praktikumsamt befindet sich im Wirsberg-Gymnasium, Am Pleidenturm 16, 97070 Würzburg (Tel. 0931/32115-17), Sprechzeiten: Mo – Fr 8 –12 Uhr, im Internet: http://www.gymnasium.bayern.de/html/unterfranken/praktamt/Praktika-Neu.htm


Die erforderlichen Praktika im Überblick
1) Betriebspraktikum
Umfang: 8 Wochen
Ableistung in einem Produktions-, Weiterverarbeitungs-, Handels- oder Dienstleistungsbetrieb (auch in Abschnitten von mindestens 2 Wochen und im Ausland möglich).
Nachweis wird bei der Meldung zur 1. Staatsprüfung gefordert.
Da zurzeit noch keine Präzedenzfälle hinsichtlich der Anerkennung beruflicher Tätigkeiten vorliegen wird empfohlen, in Zweifelsfällen direkt im Kultusministerium nachzufragen (MR Glasl, Tel.: 089- 2186- 2777).
Grundsätzlich können aber nur solche Tätigkeiten anerkannt werden, die nach dem Abitur durchgeführt wurden. Zwischen Ableistung des Praktikums und Aufnahme des Studiums sollte kein allzu langer Zeitraum liegen.
Es ist Sache des Studierenden, sich um Praktikumsplätze zu kümmern!
Eine abgeschlossene Berufsausbildung wird als Betriebspraktikum anerkannt.
2) Orientierungspraktikum
Umfang: 3 – 4 Wochen, davon mindestens eine Woche an einem Gymnasium, das, wenn möglich, nicht die eigene Abiturschule sein soll. Der andere Teil kann auch an einer anderen Schulart oder in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe durchgeführt werden.
Ableistung nach Möglichkeit vor Beginn des Studiums, in jedem Fall aber vor Antritt des Blockpraktikums in der vorlesungsfreien Zeit
Nachweis wird bei Antritt des Blockpraktikums gefordert.
Es ist Sache des Abiturienten, sich um Praktikumsplätze zu kümmern!
3) Schulpädagogisch- fachdidaktisches Blockpraktikum
Umfang: 5 Wochen mit ca. 80 Unterrichtsstunden (statt bisher 18 Tage). Die aktive Teilnahme an einem Schulskikurs wird mit bis zu 9 Tagen angerechnet.
Ausführliches Beratungsgespräch am Ende des Praktikums
Nachweis wird bei der Meldung zur 1. Staatsprüfung gefordert.
Studierende, die ihr Praktikum in Unterfranken durchführen möchten, müssen sich über das Praktikumsamt anmelden. Die Verteilung auf die Schulen in Würzburg erfolgt durch das Praktikumsamt.
Seit Frühjahr 2005 bietet die Universität Würzburg, Lehrstuhl für Schulpädagogik (Prof. Müller, Herr Erhardt), ein Begleitseminar zum Blockpraktikum an, dessen Besuch für Blockpraktikanten, die ihr Praktikum in Unterfranken ableisten, verpflichtend ist. Für das Blockpraktikum im Frühjahr 2006 (6.3.06 - 5.4.06) sind folgende Termine vorgesehen: Vorbereitungstage am 18.2.06 und 18.3.06, jeweils 9.00 - 17.00 Uhr, Nachbereitungstag am 1.4.06, 9.00 - 13.00 Uhr. Die Anmeldung dazu erfolgt ebenfalls im Praktikumsamt für die Gymnasien. Anmeldetermin: 20.1.006. Durch das Begleitseminar verkürzt sich die Praktikumsdauer an der Schule auf viereinhalb Wochen.
4) Studienbegleitendes fachdidaktisches Praktikum
Es findet nur während des Wintersemesters an einem festgelegten Wochentag statt (jeweils 4 Stunden inklusive Besprechung).
Bei Fächerkombinationen mit Physik ist das Praktikum in diesem Fach durchzuführen.
Anmeldung bis Ende April des jeweiligen Jahres beim Praktikumsamt für die Gymnasien in Unterfranken.
Im gleichen Semester muss die Begleitveranstaltung „Planung und Analyse“ gehört werden.


Staatsexamen

Für die Zulassung zur Ersten Staatsprüfung ist in einem der beiden Unterrichtsfächer eine schriftliche Hausarbeit (Zulassungsarbeit) anzufertigen. Das Thema soll spätestens ein Jahr vor der Meldung zur Prüfung mit einem Prüfer vereinbart werden. Für die Bearbeitung des Themas sind sechs Monate vorgesehen.
Die Erste Staatsprüfung muss im ganzen, kann also - mit Ausnahme der erziehungswissenschaftlichen Prüfung - nicht fachweise abgelegt werden.


Erweiterung

Aufgrund der Stundentafeln des Gymnasiums bzw. der Besonderheiten der Unterrichtsfächer kommt der Erweiterung durch ein drittes vertieft studiertes Fach bei bestimmten Fächerverbindungen eine besondere Bedeutung zu (im Bereich der Romanistik sind das momentan die Fächerverbindungen Sp/F, D/F, E/Sp, F/L).
An der Universität Würzburg bestehen folgende Möglichkeiten für eine Erweiterung des Studiums für das Lehramt an Gymnasien:

a) das Studium eines dritten Faches, der unter "Fächerverbindungen" aufgeführten Fächer oder der Informatik oder der Philosophie/Ethik,

b) Studium einer sonderpädagogischen Fachrichtung, das zu einer sonderpädagogischen Qualifikation führt. Folgende Fachrichtungen können an der Universität Würzburg gewählt werden: Körperbehinderten- oder Verhaltensgestörten- oder Sprachbehindertenpädagogik.

Außerdem kann eine Erweiterungsprüfung "Fremdsprachliche Qualifikation" abgelegt werden.


Tipps für Erstsemester

Zusätzlich zu den allgemeinen Tipps ein paar Hinweise: Das Studium für Gymnasiallehramt ist sehr fachwissenschaftlich orientiert. Vergessen Sie trotzdem nicht, dass Sie Lehrer/-in werden wollen und tun Sie auch was für Erziehungswissenschaften und Fachdidaktik - es muss aber nicht unbedingt im ersten Semester sein. Informieren Sie sich über die Situation in Ihren Unterrichtsfächern: Es gibt Fächer mit festgefügtem Aufbau, mit recht detaillierten Empfehlungen oder mit ziemlich freiem Ablauf. Wenn Sie Wahlmöglichkeiten haben, stellen Sie einen Stundenplan zusammen, der Veranstaltungen zu den Grundlagen beider Fächer enthält. Dabei kann ruhig ein Fach dominieren; im nächsten Semester kommt dann das andere stärker zum Zug. Denken Sie nicht primär an Pflichtscheine - die kriegen Sie schon zusammen - und belegen Sie auch Vorlesungen.


Studienberatung

Die Fachstudienberatung für die einzelnen Unterrichtsfächer erfolgt durch die Institute.
Die Zentrale Studienberatung hilft in allgemeinen und fachübergreifenden Fragen.


[ leicht geänderter Auszug aus der Internetseite der Uni Würzburg]


Ausführlichere Informationen zu den einzelnen Themen und weitere nützliche Verweise finden sich auf der Internetseite der Studentenkanzlei Uni Würzburg > Studienangebot > Gymnasiallehramt !!